Vierzigmannrad (Bruckrad)

Wenn ich mal nicht in der Fränkischen Schweiz unterwegs bin, dann fahre ich auch immer wieder gerne mit dem Fahrrad zum Vierzigmannrad, einem Wasserschöpfrad an der Regnitz, in der Nähe von Möhrendorf. Dort gibt es einen Tisch mit Bänken, um sich gemütlich hinzusetzen, dem Rauschen des Wassers zu folgen oder um einfach nur mal die Seele baumeln zulassen.

Von den sogenannten Möhrendorfer Wasserschöpfräder gibt es noch zehn an der Regnitz. Sie sind die letzten ihrer Art in Mitteleuropa und damit ein Kulturdenkmal. Über Holzeimer, die an einem Rad befestigt sind, schöpfen sie wärmeres, sauerstoffreicheres Oberwasser aus dem Fluß, leiten es in ein Rinnensystem und bewässern damit die Felder und Wiesen, wodurch sie besonders ertragreich sind.

Die Wasserschöpfräder in Möhrendorf sind bereits für den Anfang des 15. Jahrhunderts belegt. Im Jahre 1805 waren an der Regnitz zwischen Fürth und Forchheim auf einer Länge von ca. 25 Flusskilometern noch etwa 190 solche Wasserräder in Betrieb, so viele wie an keinem anderen Fluss in Mitteleuropa. Man vermutet, dass die in Mesopotamien bereits 250 Jahre v. Chr. bekannte Technik durch Kreuzritter, Jerusalempilger und Nürnberger Kaufleute nach Franken gebracht wurde. (Quelle: Wikipedia)

Auf einem Schild vor Ort, kann man folgendes lesen:

Vierzigmanrad (Bruckenrad) Patenschaft: Stammtisch Kohlmann seit 1983

Das Vierzigmannrad ist noch das letzte doppelte Wasserschöpfrad (Kümpfe auf der Land- und Wasserseite) in Möhrendorf. Weltweit sind fast alle Wasserschöpfräder ähnlich den historischen Vorbildern aus Kleinasien aufgebaut. Wesentliche Unterschiede gibt es nur im Raddurchmesser, der Anzahl und Ausführung der Schöpfgefäße, sowie in der Verwendung landesspezifischer Materialien. In Asien kommt z.B. überwiegend Bambus zum Einsatz. Der Raddurchmesser hängt stark vom Höhenunterschied zwischen Wasseroberfläche und dem Bewässerungssystem ab. Raddurchmesser bis 25 Meter sind bekannt. In Möhrendorf beträgt der Durchmesser des Radkranzes ca. vier Meter.

Jede Schöpfradanlage besteht aus vier Hauptbestandteilen:

  • Einer flügelartigen Wehranlage, deren Grundbaum immer im Fuß bleibt.
  • Einer stabilen Radstatt, die ebenfalls dauernd im Fluß verankert ist.
  • Dem unterschmächtigen Wasserrad, das jeden Herbst wieder in seine Einzelteile zerlegt wird.
  • Einem Rinnensystem, dass das geschöpfte Wasser auffängt und weiter leitet.

Nach der noch heute gültigen Baiersdorfer Wassergerichtsordnung von 1693 darf ein Wasserschöpfrad frühestens an Walburgis eingehängt und muß spätestens bis Michaelis wieder ausgebaut sein.

Zum Vergrößern Foto bitte anklicken !



Kategorien:Fotografie, Landschaft, Natur, Schwarz / Weiß

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  1. Tolle Fotos!
    Das wäre ja auch ein Motiv für die Langzeitbelichtung!!!!

    Schönes Wochenende wünsche,
    Britta

    Gefällt 1 Person

Trackbacks

  1. S/W am Mittwoch #13 – ROYUSCH-UNTERWEGS

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