Glaskugelfotografie #06

Da ich jetzt schon des öfteren angesprochen/geschrieben wurde, wie ich meine Glaskugelbilder mache, habe ich mich entschlossen, mal einen Beitrag dazu zu schreiben.

Ich möchte gleich zu Beginn sagen, ich bin Hobbyfotograf und sicherlich würden Profis das eine oder andere anderes oder besser machen, aber bei meinem Beitrag soll es darum gehen, wie ich es mache. Bin aber auch gerne für Verbesserungen offen.

Wie bin ich zu meiner Glaskugel gekommen und warum habe ich damit angefangen:

Ganz einfach, ich habe Bilder von der Glaskugelfotografie im Internet gesehen und war davon begeistert. Sicherlich waren die meisten der Bilder von Profis gemacht, aber das tat meiner Begeisterung keinen Abbruch. Somit habe ich mal angefangen mich über Glaskugelfotografie und Glaskugel einzulesen. Schnell war mir klar, dass ich so etwas auch gerne mal probieren wollte. Da just zu diesem Zeitpunkt Weihnachten vor der Tür stand, habe ich mir meine Kugel (90mm) zu Weihnachten gewünscht und es hat geklappt 😉

Ich war hellauf begeistert nachdem ich die ersten Bilder gemacht hatte. Heute, nach einem Jahr Praxis, wäre ich da eher zurückhaltender, was die Qualität angeht. Aber so war es und ich stellte fest, dass ich noch jede Menge zu lernen/üben hatte.

eines meiner ersten Glaskugelbilder

Also wieder ins Internet und nachgelesen, auf was bei Glasbilderfotografie besonders zu beachten ist.

Hier jetzt einige Punkte, die ich im Laufe der Zeit gelernt habe und wo ich heute verstärkt darauf achte:

  1. Sicherstellen, dass die Glaskugel auf einer stabilen Oberfläche (ganz wichtig!!!) steht oder in der Hand gehalten wird (wobei das „in der Hand halten“ so eine Sache ist, wenn man alleine unterwegs ist). Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass sie nicht wegrollt.
  2. Sicherstellen, dass bei der Kamera eine große Blende (kleine „f-Zahl“, ich verwende meistens f 2.8) eingestellt ist. Dadurch wird der Hintergrund unscharf und die Kugel scharf. Ihr könnt es natürlich auch mit einer anderen Blende probieren. Ich persönlich habe mal eine ganze Serie von Bildern gemacht, mit allen Blenden die mir zur Verfügung standen. Bin dann aber letztendlich wieder bei f 2.8 gelandet, da es für mich das beste Ergebnis brachte. Gut es gibt jetzt Motive die vielleicht bei f 2.8 nicht so wirken, wie man es sich vorgestellt hat, dann muss man auf eine andere Blende ausweichen. So hatte ich z.B. bei einem Bild f 22 ausgewählt, da mir die beiden Sonnensterne (siehe Bild unten) wichtiger waren. Soll heißen, es hängt immer etwas von dem Motiv und euren Vorstellungen ab.
  3. Sicherstellen, dass die Fokus-Einstellung passt. Ich habe die beste Erfahrung gemacht, in dem ich den Fokus ausschließlich auf die Kugel lege oder sogar auf das Objekt in der Kugel. Dies kann natürlich in Automatik oder Manuell geschehen. Bei manueller Einstellung ist es etwas schwieriger, da versuche ich immer auf den Rand der Kugel zu fokussieren. Ich muss aber auch dazu sagen, es klappt nicht immer und ich wechsele dann wieder auf Automatik.
  4. Es sollten große Motive in der Nähe sein. Bei einem Landschaftsbild, mit weit entfernter Stadt, kommt nicht wirklich was dabei heraus, das Motiv ist einfach zu klein. Was aber nicht heißen soll, dass man solche Aufnahmen nicht auch machen kann. Man muss sich halt nur im Klaren darüber sein.
  5. Macht Versuche damit, die Glaskugel nicht immer in die Mitte des Bildes zu legen. Probiert sie mal in das linke oder rechte Drittel des Bildes zu legen. Damit ergeben sich andere Perspektiven, die auch interessant sein können.
  6. Achtet darauf, dass ihr nicht im eigenen Bild seit, außer ihr möchtet es so! Das ist teilweise nicht einfach, könnte sich aber lohnen.
  7. Sobald ihr euer Motiv gefunden habt, lohnt es sich zu experimentieren. Die Kugel vielleicht etwas mehr nach links oder rechts oder etwas höher oder doch niedriger. Ihr werdet überrascht sein, wie viel in der kleinen Kugel zu sehen ist.
  8. Wenn ihr zum ersten Mal die Umgebung durch eine Glaskugel betrachtet, wird euch sofort auffallen, dass alles in der Glaskugel auf dem Kopf steht, das ist vollkommen normal. Hierdurch können sich sehr schöne Perspektiven ergeben, die ihr auch so auf eurem Bild haben wollt. Ich hingegen mag es lieber, wenn das/die Objekte nicht auf dem Kopf stehen. Dafür gibt es mehrere Lösungen, einmal, ihr dreht euer gesamtes Bild um 180° oder wenn ihr über ein entsprechendes Bildbearbeitungsprogramm verfügt (ich verwende Photoshop), dann dreht ihr nur die Kugel.

Noch ein Hinweis zu Abschluss, achtet auf die Sonne. Durch dessen, dass die Glaskugel wie ein Vergrößerungsglas wirkt, kann sie leicht ein Feuer entfachen, egal bei was für welchen Tagestemperaturen. Ist mir nämlich auch schon passiert, dass ich mir entweder die Finger verbrannt habe oder das Laub in der Nähe anfing zu brennen; also aufpassen!!!

Zum Abschluss noch ein paar Bilder, die ich im Laufe der Zeit gemacht habe und wie immer freue ich mich über eurer Feedback und eure Erfahrungen mit einer Glaskugel.

Zum Vergrößern Foto bitte anklicken !

Glaskugelbild mit Langzeitbelichtung



Kategorien:Fotografie, Glaskugelfotografie, Landschaftsfotografie, Langzeitbelichtung

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  1. Ein toller Beitrag von Dir. Sehr gute Tipps und alles sehr schön zusammengefasst. Und natürlich auch sehr schöne Fotos.
    Ich habe letztes Weihnachten eine Glaskugel geschenkt bekommen, die ich mir gewünscht hatte. Und ich probiere auch noch viel aus. Bei den Experimenten, die ich bisher gemacht habe, hat es mir eigentlich meist ganz gut gefallen, dass Bild in der Kugel auf dem Kopf stehen zu lassen.
    Das größte Hindernis für die Glaskugelfotografie ist das Gewicht der Kugel.

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    • Hallo Carsten, Danke für deinen Kommentar 🙂
      Ja, das mit dem Gewicht (ca. 1 kg) ist bei mir auch immer ein Grund ob sie mitkommt oder nicht. Mittlerweile habe ich aber einen Weg gefunden, alles im Auto oder nur mit Glaskugel und Stativ unterwegs. Und das klappt recht gut. Ob das Bild auf dem Kopf steht oder nicht, ist natürlich Ansichtssache und jeder sollte es so machen, wie es ihm am bestem gefällt.
      Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntagabend
      Roland

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  2. Das sind ja einige zusätzliche Tipps… und eine wunderbare Auswahl an Kugelbildern .. besonders das Sternenbild und die quasi schwebende letzte Kugel gefallen mir ..

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  3. Also ich beschäftige mich ja auch mit dem Ding !!! Wurde ein bisschen vernachlässigt weil es einfach lästig war diese mitzuschleppen. Seit ich jetzt einen Fotorucksack habe hat sie darin einen festen Platz gefunden.
    Alles was du so an Tips gegeben hast ist richtig und ich machen eigentlich das gleiche damit.
    Ich glaube von mir kam mal die Kritik wenn ich das mal so nennen darf dass mir das ( auf dem Kopf ) stehen nicht so meinem Geschmack betrifft. Ich drehe die Fotos auch immer !
    Es ist nicht immer leicht einen geeigneten Platz zu finden für das Füsschen der Kugel. Man benötigt schon eine bestimmt Stellfläche. Ich habe mir eine leere Erdnussdose mit eingepackt. Die war schon sehr hilfreich als Stellfläche !
    So und nun aber zu deinen wirklich ganz tollen Fotos. Also das hat mit Hobbyfotograf nichts mehr zu tun. Ich weiß natürlich nicht wieviel Anläufe du benötigt hast um diese Fotos zu erreichen aber die sind für mich als ebenfalls Hobbyfotograf traumhaft schon und super gelungen. Ich wüsste bei dieses Fotos nicht was man besser hätte machen können. Egal ob Sommer oder Winter, s/w oder Farbe einfach alle Top Ergebnisse !!!! Gratulation
    LG Manni

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    • Vielen Dank Manni, freut mich sehr, dass dir meine Bilder so gut gefallen 😊
      Jetzt verrate ich dir ein Geheimnis, aber nur dir 😉
      Für das Langzeitbelichtungsbild habe ich ungefähr 20 Bilder gemacht in verschiedenen Blendeneinstellungen und habe mich dann für das gezeigte Bild entschieden.
      Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag
      Roland

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  4. Tolle Bilder und ein gutes Idee für die Zukunft.

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  5. Danke, lieber Roland, fuer diesen Beitrag mit den ausfuehrlichen Tipps. 🙂 Bei den Fotos werde ich neidisch. Da ich kein Photoshop habe, muss ich mal einen anderen Weg finden, nur die Kugel zu drehen.

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  6. Hi Roland, du weißt ja, dass ich deine Bilder toll finde…

    Die Schnee- und Wasserbilder gefallen mir hier am besten. Irgendwie passt es für mein Empfinden ausgezeichnet zu der Glaskugel-Ästhetik (wobei das natürlich Geschmacksache ist…). Und bei S/W kommen die Kontraste und das Leuchten sehr schön raus, da lenken wiederum keine Farben von ab. Mit der Spiegelung von Häusern erinnert mich das irgendwie an eine Christbaumkugel… 🙂

    Liebe Grüße
    Kasia

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  7. Hallo Roland, wieder ein sehr interessanter Beitrag. Ich habe solche Kugelbilder schon öfters in den einzelnen Blogs gesehen und sie haben mir sehr gut gefallen. Für mich wäre das aber nichts. Das würde mir zu lange dauern bis alles eingerichtet ist. Ich bewundere die Bilder dann auf anderen Blogs so wie bei dir hier.
    Hab ein schönes Wochenende
    Liebe Grüße Harald

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    • Da gebe ich dir Recht, es kann schon ein bißchen dauern, bis alles so hergerichtet ist, dass es klappt und nicht jeder möchte Stativ, Glaskugel und sonstiges mitschleppen.
      Auch dir eine schönes Wochenende
      Liebe Grüße
      Roland

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    • Dass es etwas umstaendlich ist, Alles einzurichten, das hat mich davon abgehalten, mir eine Glaskugel zuzulegen. Und dann kam die Ueberraschung: ohne dass wir jemals daruber geredet haetten hat mir meine Frau im vergangenen Jahr eine zum unserem Hochzeitstag geschenkt … und seither bin ich davon begeistert!

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  8. Ich kann mich hier den vorigen Kommentaren nur anschließen, daß die Fotos sehr gut sind. Dazu mal eine Frage: Wie kommt es, das einige Motive in der Kugel auf dem Kopf stehen? LG Jürgen

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    • Danke für den Hinweis Jürgen, den Punkt werde ich noch in den Beitrag mit aufnehmen.
      Hier aber schon mal die Lösung:
      Wenn du ein Bild durch die Kugel aufnimmst, stehen die Objekte in der Kugel immer auf dem Kopf. Da ich dies aber nicht so sehr mag (persönliche Einstellung) drehe ich die Kugel während der Bildbearbeitung um 180°
      LG Roland

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  9. Das sind sehr feine Glaskugelbilder, lieber Roland. Und vielen Dank für die guten und hilfreichen Tipps. Ich habe zwar noch keine Glaskugel, werde mir aber womöglich demnächst eine zulegen.
    Liebe Grüße!

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  10. Danke für den tollen Beitrag Roland. Ich bin immer noch ein großer Fan Deiner Schwarz/Weiß Kugelbilder!
    Aber die Schneebilder und die Aufnahmen vom Steg mit der Holzstruktur gefallen mir ebenfalls sehr gut. Und auch das Spiel mit der Tiefenschärfe – das lenkt den Blick noch mehr in die Miniaturwelt 🙂
    Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende
    Stephan

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  11. I am going to buy also one. When I see your photos I’d like to try it also !!!

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  12. Hallo Roland,
    was für ein toller Beitrag und dazu diese wunderbaren Fotos! Ich bin sicher, dass ich mich diesem Thema auch bald ausliefern werde, denn… ich habe seit fast zwei Jahren eine 800er Kugel auf der Fensterbank stehen, da wo sich immer die Morgensonne drin spiegelt. Auf die Idee die Kugel tatsächlich für Fotozwecke einzusetzen bin ich leider noch nicht gekommen; vermutlich aber auch, weil ich noch keine Anregungen habtte, so wie jetzt bei dir!
    Nun, ich werde es ausprobieren und nach und nach meine Ergebnisse auch vorstellen; ich freu mich drauf und danke dir ganz herzlich für den Anstoß!
    Liebe Grüße, Lisa

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  13. Hallo Roland,

    ich glaube, wenn man mal angefangen hat, mit der Glaskugel zu fotografieren, dann ist man ihr total verfallen!
    Ich bin auch übers Internet darauf aufmerksam geworden und habe erst mal ein bisschen gezögert, sie mir zuzulegen. Dann aber habe ich mir gedacht dass ich sie im schlimmsten Fall halt als interessantes Objekt irgendwo hinstelle! Aber diese Befürchtungen waren umsonst!

    Da du beschreibst, mit welchen Werten du mit manueller Einstellung fotografierst, werde ich das jetzt auch mal ausprobieren, denn bis jetzt sind alle meine Bilder mit der „IA“ Funktion erstanden.

    Und ansonsten kann ich nur bestätigen, was du schreibst – aufpassen, dass sie nicht wegrollt (ist mir passiert), aufpassen dass sie keinen Kratzer bekommt (hat sie, Gott sei Dank nur einen winzigen), aufpassen, dass man sich die Finger nicht verbrennt (ist mir passiert) und aufpassen, dass man keine Brand stiftet (davon war ich nicht weit entfernt).

    Deine Bilder sind Spitze – und als Favorit kann ich mich fast nicht zwischen dem Bild mit dem Sonnenstern und dem Winterbild entscheide !

    Viele Grüsse und danke für diesen interessanten Blogeintrag!
    Christa

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  14. Lieber Roland, wirklich toller und interessanter Beitrag!
    Hier gibst du nun sehr gute Hilfen und Tipps, die auch ich aus inzwischen mehrjähriger Erfahrung mit der Glaskugel nur bestätigen kann.
    Meine anfangs nur 400mm Durchmesser-Kugel war eigentlich perfekt, weil ich sie fast überall relativ gut zum fotografieren auflegen konnte. Entsprechend sah sie aber nach Jahren durch vieles herabfallen von Zweigen usw auf harten Boden auch aus. 😉
    Meine inzwischen 800mm-Kugel konnte ich bisher noch nicht so richtig ausprobieren, wobei mir deine Tipps aber sobald möglich bestimmt nützlich sein werden, denn ich liebe diese herrlichen und teils etwas geheimnisvollen Kugelbilder sehr.
    So manches auf deinen tollen Fotos hier kommt mir natürlich bekannt vor, aber das gerahmte mit Sonne und Schneereste fasziniert mich irgendwie vom Blickwinkel her sehr!
    Liebe Grüße von Hanne und Dankeschön 🌞

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  15. So, lieber Roland und jetzt habe ich das Smartphone mal auf den Fernseher gespiegelt und Deine Fotos mal auf 55 Zoll angeschaut. Ich bin total begeistert. Müssste ich mich unbedingt für ein Bild entscheiden, würde es wahrscheinlich die Nummer 13 wählen, aber auch alle anderen sind wirklich ganz toll.
    Liebe Grüße und schönen Sonntag
    Hedwig

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    • Vielen lieben Dank Hedwig für das schöne Kompliment ☺️
      Eines hast du mir jetzt voraus; ich habe meine Bilder noch nie auf einem Bildschirm gesehen, der größer ist als 24″, da wir keinen Fernseher besitzen. Umso mehr freut es mich, dass meine Bilder auch noch bei 55″ ansehnlich sind.
      Liebe Grüße und Dir auch noch einen schönen Sonntag
      Roland

      Gefällt 1 Person

  16. Das ist sehr interessant und die Bilder sind toll, jedesmal dachte ich, das ist das schönste und dann kam ein noch besseres.

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  17. Danke für diesen tollen Beitrag, irgendwann muss ich das auch einmal ausprobieren

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