Backsteingebäude mit Geschichte

In meinem Beitrag S/W am Mittwoch #28/21 konnte man, beim Vergrößern, im Hintergrund ein Backsteingebäude sehen. An diesem Backsteingebäude, welches in Forchheim steht, bin ich schon so oft vorbeigefahren und habe es immer wieder bestaunt. Zwischen all den neueren Gebäude thront immer noch dieses alte, sehenswerte Gebäude. Bei meinem letzten Besuch in Forchheim habe ich mir mal die Zeit genommen und bin stehen geblieben, um es mir aus der Nähe anzuschauen.

Zu erst war ich überrascht, als ich die Aufschrift am Dach gelesen hatte: Weber & Ott Aktiengesellschaft. Hm, dachte ich mir, der Name sagt mir gar nichts, aber vielleicht werde ich ja im Internet ein paar Informationen über diese Firma finden. Also schnell ein paar Bilder gemacht und dann zu Hause recherchiert. (Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung)

Ich war erstaunt was ich dort lesen konnte. Bei der Firma Weber & Ott AG handelt es sich um eine alt, eingesessene Firma in Forchheim, die heute noch in Betrieb ist.

Hier jetzt mal ein paar, wie ich finde, interessante Eckdaten:

  • 1834 Konrad Ott gründet Weber & Ott in Fürth
  • 1873 Die Industrialisierung hält Einzug, das Grundstück in Forchheim wird erworben und der Bau einer Weberei kann beginnen. Der erste Websaal mit mechanischen Webstühlen (angetrieben durch ein Wasserrad) wird in Forchheim errichtet
  • 1884 Das erste Telefon in der Region, das erste deutsche Überland-Telefon wird von Weber & Ott installiert, um eine direkte Verbindung der Verwaltung in Fürth mit dem Werk in Forchheim zu schaffen.
  • 1899 Weber & Ott wird zu einer der ersten Aktiengesellschaft Deutschlands (hat mich persönlich total überrascht!!!)
  • 1923 Die Inflation hinterlässt Spuren, während der Weimarer Republik steigen die Umsätze auf 881.331 Billionen Papier-Mark. 
  • 1929 Die Automatisierung, die ersten Automaten-Webstühle werden in Forchheim aufgebaut.
  • 1934 Forchheim wird Stammsitz des Unternehmens, der Firmensitz wird endgültig von Fürth nach Forchheim verlegt.
  • 1948 Modernisierung nach dem Krieg, mit der Währungsreform beginnt eine weitgehende Modernisierung und der weitere Ausbau des Unternehmens. Die bestehende kleine Näherei wird zum Konfektionsbetrieb ausgebaut, in der vor allem Schlafanzüge und Herrenhemden genäht wurden.
  • 1960 Die ersten Damenhosen von TONI, unter dem Namen TONI STRETCH werden bereits Anfang der 60er Jahre die ersten Damenhosen gefertigt und international erfolgreich vertrieben. (die Älteren unter euch, werden diese Marke sicherlich noch kennen)
  • 1988 Ein Highlight besonderer Art, bei der Olympiade in Seoul ist die Marke TONI DRESS der offizielle Ausstatter der Damen-Olympia-Mannschaft. Quelle: Weber & Ott

In den folgenden Jahren bis heute, wurden Umstrukturierungen vorgenommen und neue Mode-Labels ins Programm mit aufgenommen. Aber das alte, rote Backsteingebäude ist geblieben und auch die alt, eingesessne Firma Weber & Ott AG. Rund 240 Mitarbeiter im oberfränkischen Forchheim sind heute noch in der Verwaltung, Produktion und Logistik tätig.

Hier jetzt ein paar Bilder dieses alten Gebäudes.



Kategorien:Bauwerke, Dies und Das, Fotografie, Landschaftsfotografie

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  1. Deine Bilder von heute sind ein wenig vom Wind gebeutelt worden, sorry. Mit der Freeware ShiftN! kann man schnell Architektur begradigen. LG Jürgen

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  2. Finde ich ganz toll, welche alte Gebäude du immer wieder findest, lieber Roland und dieses sah ich bisher noch nie in Forchheim, hatte auch noch nie von dieser Firma etwas gehört oder gelesen. Forchheim ist aber auch eine sehr schöne Stadt mit vielen wunderschönen alten Häusern und herrlichen neuen Plätzen, was ich auch erst vor ein paar Jahren entdeckte und nun auch entsprechend zu schätzen weiß.
    Liebe Grüße von Hanne und Dankeschön für die tollen Informationen! 🍀🌺

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  3. Vielen Dank für die Firmengeschichte 🙂

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  4. Sehr interessant ! Toni Moden gibt es noch und im Impressum der Homepage der Standort in Forchheim angeben. Der Werksverkauf findet auch in Forchheim statt, daher kann man annehmen, dass in dort und nicht in Asien produziert wird, wie auch bei Trigema 🐵.
    Wenn ich in die Fränkische Schweiz fahre, werde ich mal im Werk vorbei schauen.

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  5. Die interessante Geschichte eines interessanten und auch schönen Bauwerks… Danke fürs Erzählen und Zeigen, lieber Roland.

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  6. Das ist ja eine „Success story“! Und wie schön, dass dieses imposante Gebäude die Zeit überstanden hat und auch heute noch benützt word!
    Das war ein sehr interessanter Eintrag!
    VG
    Christa

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  7. wird hier noch tatsächlich produziert oder nur vertrieben ? Die ganze Textilindustrie hat doch Deutschland so gut wie verlassen die letzten Jahre. Produziert wird doch heute in Asien !
    Wenn nicht , dann gehört die Firma zu den wenigen die Deutschland was die Produktion betrifft treu geblieben ist .
    Wir hatten hier auf der Schwäbischen Alb jede Menge Textilfirmen , die sind alle bis auf eine Ausnahme die ich kenne verschwunden. Die Fa. Trigema ist hier in der NÄhe noch ansässig !
    LG Manni

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  8. Danke fuer die Info, lieber Roland, und fuer die Fotos von diesem alten sehenswerten Gebaeude.

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