Nordlandreise II

Ich habe lange überlegt, ob ich eine, im Jahre 2003 gemachte Schiffsreise, noch zu „Papier“ bringen soll oder nicht. Sicherlich hat sich in vergangen 20 Jahren einiges geändert und so wird es manche Eindrücke vielleicht nicht mehr geben oder wenn doch, in anderer Form.

Da es aber für mich damals eine interessante Reise war, bei der ich viele wunderschöne Eindrücke mit nach Hause nehmen konnte, habe ich mich entschlossen, sie jetzt doch noch aufzuschreiben. Und hier kommt jetzt Teil II meiner Nordlandreise.

Dienstag 01.07.2003 in Hellesylt / Geiranger Fjord, Norwegen

„Norwegens Fjorde sind von solcher Schönheit, dass ihnen das Panorama mit einer Mischung aus idyllischer Ruhe und rauer Natur noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Bewohner und die Geruhsamkeit machen die Fahrt durch Norwegens Fjorden zu einer Reise für Auge und Seele.“

Der südliche Teil des Landes ist ein Hochland, durchsetzt von Tälern und Fjorden. Der längste Fjord ist der 204 km ins Inland reichende Sognefjord. Die Fjorde sind vor Millionen von Jahren von Gletschern gegraben worden. Der Südosten des Landes ist deutlich flacher. Lange Täler wie das Gudbrandsdal enden im Flachland um den Oslofjord.

An der Stelle, wo sich der Geirangerfjord mit dem Sunnylvsfjord vereint, liegt das entzückende Dorf Hellesylt. Hier hat Hendrik Ibsen 1866 sein poetisches Drama „Brand“ geschrieben. Die meisten Felshänge, die den Sunnylvsfjord einfassen sind 1200 und 1500 Meter hoch.

Obwohl Hellesylt nur 300 Einwohner hat, ist das Dorf seit mehr als hundert Jahren eines der bekanntesten Tourismusgebiete Norwegens. Zu den Vorzügen, die die Natur diesem Fleckchen Erde mitgegeben hat, gehören viele Bergflüsse ringsum, die beste Angelbedingungen bieten.

Von Hellesylt aus nimmt das Schiff für die nächsten fünf Kilometer den gleichen Kurs zurück, den es gekommen ist. Dann folgt ein Abzweig in den Geirangerfjord, der im Zick-Zack in östlicher Richtung zum kleinen Dorf Geiranger führt. Der Fjord ist kaum 1200 Meter breit, manchmal verjüngt er sich auf wenige hundert Meter. Die turmhohen Berge, die sich senkrecht aus dem Wasser erheben, lassen die Schiffe abermals sehr klein erscheinen.

Geiranger am Ende des Fjordes ist mit den bunten Holzhäuser und Hotel, die sich zwischen den grünen Felsen am Ufer verteilen, ein zauberhaftes kleines Dörfchen.

Der Geirangerfjord, der sich in besonders harten Stein geschnitten hat, ist gerade mal anderthalb Kilometer breit. Hier herrscht bedrohliche Enge zwischen den extrem steil abfallendenFelshängen, die hunderte von Metern aus dem Wasser ragen und den Eindruck vermitteln, als müsse sich das Schiff „hindurchzwängen“. Für viele Besucher ist dieser der beeindruckendste Fjord, wenn nicht der schönste überhaupt.

Erstaunlicherweise sind an den steilen Hängen Bauernhöfe zu erkennen, die allerdings mittlerweile leer stehen. Der letzte Hof wurde in den 60er Jahren aufgegeben. Die Gesellschaft von Storfjorden bemühen sich um die Restaurierung und den Erhalt der Bauernhöfe, die an die Zeit mühsamer Arbeit, völlig abgeschieden von der Außenwelt erinnern.Die Kinder mussten sogar festgebunden werden, um sie vor dem Absturz von den Hängen zu bewähren.

Der Aussichtspunkt „Adler-Biegung“ am Kopf des Fjord bietet einen atemberaubenden Blick auf die Wasserfälle der „Syl Sostre“ (Sieben Schwestern) und den „Prekestolen Rock“ (Kanzelstein), zwei der vielen Sehenswürdigkeiten in diesem Fjord.Das Wasser stürzt sich aus schwindelerregender Höhe über glitzernde Kaskaden in die Tiefe.

Das schäumende Nass hebt sich wie silberne Seide von den verwitterten, schwarzen Steinen ab, bis es endlich die Oberfläche des Fjords erreicht. Das Sonnenlicht lässt die Nebelschwaden des Wassers in allen Regenbogenfarben glitzern.

Wanderung am Berg Westeras. Nach kurvenreicher Busfahrt erreichen sie Hole, den Ausgangspunkt der Wanderung. Ein kurzer Fußmarsch führt zum Aussichtspunkt Westeras mit einem schönen Blick auf die Ortschaft, den Geiranger Fjord und die A’ROSA BLU. Dann geht es weiter bergauf in Richtung Storseter Wasserfall.

Auf einem naturschönen (aber sehr anstrengend) Wanderpfad mit gleichmäßiger steilen Steigung erreicht man den in 600 m Höhe gelegenen Wasserfall, der stets reichlich Wasser führt, so dass man hinter ihm entlang gehen kann.

Fortsetzung folgt und wie immer zum Vergrößern der Bilder, einfach anklicken!



Kategorien:Europa, Fotografie, Landschaftsfotografie, Norwegen, Reisen

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  1. Sehr feine Bilder und Beschreibungen sind das. 🙂 Mich erinnert der Geirangerfjord auch stets ein bisschen an den Königssee, unweit dessen ich ja aufgewachsen bin. 😉
    Hab ein schönes Wochenende!

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    • Vielen lieben Dank Martha, freut mich sehr, dass dir meine Bilder und die Beschreibung gefallen haben 😊 Ich hoffe, die kommenden Beiträge von meiner Reise, werden dir auch gefallen.
      Liebe Grüße und dir noch ein schönes Wochenende,
      Roland

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  2. Danke fuer’s Mitnehmen in diese Traumlandschaft!
    Liebe Gruesse,
    Pit

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  3. Was für eine herrliche und beeindruckende Landschaft – da kommt man sofort ins Träumen!
    VG
    Christa

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  4. Traumhaft schöne Fotos ! Leider kenne ich mich in der Region überhaupt nicht aus und kann deshalb auch nichts darüber kommentieren. Der Königsee ist auch auch ein Fjördähnlicher See bei uns. Über ihn habe ich ja erst kürzlich geschrieben.
    Einmalig das Foto von dem Sieben Schwestern Wasserfall ! Also ganz große Klasse die hier gezeigt wird. LG Manni

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    • Vielen Dank lieber Manni, freut mich sehr und danke für das Lob 😊
      Liebe Grüße,
      Roland

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      • Gerne ! Das mit den Bergbauernhöfe kann man sich gar nicht vorstellen. Was für ein hartes Leben dort oben und weit weg von jeglicher Zivilisation.

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        • Ich habe neulich eine Doku gesehen, da ging es unter anderem auch um diese Bergbauernhöfe, deren Bewirtschaftung in den letzten Jahren rapide abgenommen haben. Keiner möchte mehr diese mühevolle Arbeit machen.
          Liebe Grüße,
          Roland

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          • in unseren Alpen ist es ähnlich. In der Schweiz und Südtirol gibt es vereinzelt auch noch welche. Ich war mal in Südtirol auf einem, da kommt einmal pro Woche ein LKW hochgefahren auf einer schmalen Strasse und verkauft Lebensmittel und Kleidung. So werden die Menschen dort versorgt. An medizinische Notfälle darf man gar nicht denken, da biste du vermutlich völlig verlassen !

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          • Ich war vor Jahren immer Anfang Oktober für ein paar Tage auf einer Alm in Südtirol. Herrlich dort, aber wenn ein Notfall eintrat, so erzählte uns die Wirtsleute, dann musste der Helikopter der Bergwacht kommen. Mit dem Auto wäre es zeitlich unmöglich gewesen. Um aber den Heli zu rufen, braucht man natürlich ein funktionierendes Telefon und das ist auch nicht auf jeder Alm gewährleistet.
            Liebe Grüße,
            Roland

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  5. Wunderschöne Aufnahmen 🤩
    Wir waren vor ein paar Jahren dort und ich denke, das war nicht das letzte Mal. An den Preikestolen kann ich mich noch gut erinnern 😬 wie ich mit meiner Höhenangst kämpfte und trotzdem die Aussicht genoss (ganz dicht an den Felsen gedrückt …)
    Liebe Grüße
    Sabine

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  6. Über Norwegens Fjorde wurde ja immer wieder so viel Schönes berichtet und so wie du es hier nun auch aufzeigt, mit Recht lieber Roland!
    Obwohl ich eher zu wärmeren Gefilden in Richtung Süden tendiere, gefallen mir deine Erinnerungen der Nordlandreise ausgesprochen gut und wäre dadurch auch selbst so einer wunderschönen Tour nicht mehr abgeneigt.
    Liebe Grüße, Dankeschön fürs teilen und hab noch einen richtig schönen Tag 🌞

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  7. Ich war selbst noch nie in Norwegen, habe aber viele Bilder davon gesehen. Es muss ein wunderschönes Land sein. Meine Eindrücke werden durch deinen Reisebericht hier nur noch verstärkt. Wunderschöne Bilder!

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  8. Sooo schön beschrieben, lieber Roland. Wir waren 2017 dort -Geiranger Fjord, Hellesylt, sieben Schwestern, Adler-Kehre – alles tolle Erinnerungen … ich muss uuunbedingt meine Nordland-Fahrt hier „zu Papier“ bringen. Wunderschöne Fotos, die tolle Erinnerungen wecken – danke schön

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