Rundgang durch die Forchheimer Altstadt, Teil 3

Vom Synagogendenkmal zum Nürnberger Tor

Der letzte Teil des Rundgangs durch die Forchheimer Altstadt startet in der Nähe des Synagogendenkmals, bei den „Fischkästen“.

Die malerische Partie an der Wiesent wird „Kleinvenedig“ genannt. Mehrere Fischkästen, die hier am Flussufer angebracht sind, zeugen von der uralten Verbindung Forchheims zur Fischerei. Schon seit Jahrhunderten befinden sich die Fischkästen an diesem Ort, wo sie den Forchheimer Fischhändlern zur Wässerung der Karpfen dienen.

Entlang der Kasernenstrasse geht es weiter zum früheren Waisenhaus und zum Jungen Theater.

Der eigentliche Eingang zum Waisenhaus verlief früher über die Waisenhausstraße. In dieser sind noch eine Reihe Fachwerkscheunen aus dem 17./18. Jahrhundert erhalten. Die Straße hat ihren Namen nach dem früheren Waisenhaus, das 1888 in der ehemaligen Kaserne der fürstbischöflichen Dragoner eingerichtet wurde. Erbaut wurde das Gebäude 1730 – 1733 nach Plänen von Balthasar Neumann.

Ursprünglich war das Junge Theater Forchheim eine Laienspielgruppe, die 1985 erstmals in Forchheim Theatertage durchführte. Inzwischen bespielt der Verein ein eigenes Theater, wo ein abwechslungsreiches Kulturprogramm für Jung und Alt geboten wird.

Weiter geht es über die Egloffsteinstrasse, die Dreikirchenstrasse zurück in die Wiesentstrasse. Im Jahr 2000 hat hier die Freiwillige Feuerwehr Forchheim ein eigenes Feuerwehrmuseum eingerichtet. Zu sehen sind unter anderem Spritzwagen aus der Gründerzeit, Ausgeh- und Einsatzuniformen, eine Modellsammlung und ein altes Löschfahrzeug. Bitte beachten, für einen Besuch ist eine Anmeldung erforderlich.

Der Forellenbrunnen sollte mein nächstes Ziel sein. Leider war er bereits „eingepackt“, so dass man die „Forellen“ nicht mehr sehen konnte. Im Forellenbrunnen findet sich ein Thema wieder, das schon immer untrennbar mit Forchheim verbunden ist: die Fischerei. Der große Fischreichtum, der in den Gewässern der Wiesent seit eher vorhanden ist, könnte in Zusammenhang mit den beiden Forellen, die das Forchheimer Stadtwappen zieren, stehen. Der Ortsname Forchheim dürfte jedoch tatsächlich aus dem althochdeutschen foraha = Föhre bzw. allg. Nadelbaum herzuleiten sein. An der Stelle des Forellenbrunnens befand sich früher ein öffentlicher Brunnen, der zur Wasserversorgung der Bevölkerung diente, ehe er 1977 vom Forellenbrunnen, geschaffen vom Künstler Harro Frey, abgelöst wurde.

Gleich um die Ecke ist der Marktplatz, welcher früher zum Viehhandel genutzt wurde. Mundartlich wird der Platz auch „Säumarkt“ genannt, denn man konnte dort auch Ferkel erwerben. Bis 1990 wurde auf dem Platz auch ein Taubenmarkt abgehalten. Seit 2008 ist der Platz umgestaltet. Der Marktplatz ist der einzige Platz der Altstadt mit unmittelbarem Bezug zum Wasser. Am Ufer wurde deshalb eine „Wassertreppe“ mit Sitzstufen angelegt.

Gehen wir nun zum Paradeplatz. Der Platz schließt sich südlich an den mittelalterlichen Stadtkern an. Er war als Aufmarschplatz für die Truppender Garnison angelegt, diente aber immer auch als Markt. An der schmalen Ostseite des Platzes steht die um 1800 errichtete Hauptwache. Das schlichte Gebäude besitzt eine Vorhalle mit vier dorisierenden Säulen.

Zurück zur Wiesent, den Wilhelm-Kleemann-Weg entlang, kommen wir zum letzten Highlight meines Altstadtrundgangs durch Forchheim, dem 1698 erbauten Nürnberger Tor. Es wurde nach dem Vorbild des Haupttores der Festung Rosenberg ob Kronach errichtet und ist das einzig erhaltene, der ehemals vier Torwerke der barocken Festungsanlage.

Es war ein sehenswerter Rundgang, bei dem ich viel Interessantes gesehen und gelernt habe. Dafür möchte ich mich bei der Tourist-Information Forchheim recht herzlich bedanken. Durch Ihren Flyer bin ich erst auf diesen Rundgang aufmerksam geworden. Gut, ich habe Ihren Routenvorschlag etwas abgeändert, aber, ich glaube das kann jeder machen, wie er es persönlich für sich am Sinnvollsten hält. Ich möchte auch hier eine Empfehlung an alle Gäste von Forchheim aussprechen, kommt vorbei, schaut in der Touristeninformation vorbei und erlebt selbst, wie schön „unser“ Forchheim und die fränkische Schweiz ist.

Zum Abschluss noch meine Komoot-Route, für alle die, die meine Route nachwandern möchten.

Fotos von royusch



Kategorien:Fotografie, Franken, Landschaftsfotografie, Wanderungen

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