Rundgang durch die Forchheimer Altstadt, Teil 2

Von der Bischofsschloss / Kaiserpfalz zum Synagogendenkmal

Wenige Schritte vom Amtsgericht entfernt befindet sich die St. Veits-Bastion. Diese wurde 1553 nach altitalienischer Manier erbaut. Wegen des damaligen Farbtons der Sandsteine wurde der Name „Rote Mauer“ überliefert. Die Steine sollen von der abgebrochenen markgräfischen Burg Scharfeneck bei Baiersdorf stammen. Von der St. Veits-Bastion hat man einen herrlichen Ausblick.

Folgt man dem Weg weiter in südlicher Richtung, gelangt man durch einen kleinen Durchgang hinunter in den Park. Von hier aus führt der Weg entlang der alten Stadtmauer bis zum Saltorturm.

Der Saltorturm nördlich des Bischofsschlosses ist der letzte Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung des 14. Jahrhunderts. Von hier aus gelangt man zu den westlich der Altstadt gelegenen Resten der fürstbischöflichen Festungsanlagen, die heute Teil eines reizvollen Stadtparks sind.

Die Großplastik des Künstlers Jan Koblasa „Die Fünf Tore“ spielt mit dem Verhältnissen von Raum, Zeit und Bewegung. Die aus Anröchter Dolomit bestehende Monolithe sind Marksteine der Veränderung, Zeichen des Überganges von der Vergangenheit in die Zukunft, vom Diesseits ins Jenseits. Die fünf Tore wurden 2007 anlässlich des tausendjährigen Bestehens des Bistums Bamberg errichtet. Das Bistum Bamberg wurde am 01. November 1007 durch Kaiser Heinrich II. auf der Reichssynode in Frankfurt begründet.

Von hier aus sieht man die Zwingerstation, auch Valentini-Bastion genannt, die im Jahre 1657 entstand. Forchheim war die wichtigste Festung des Bamberger Hochstifts. Noch heute lassen die Überreste der Festungsanlage mit ihren gewaltigen Mauern erahnen, warum sich die Bamberger Bischöfe in stürmischen Zeiten hierher flüchteten.

Von der Zwingerstation geht es über die Erschließungsstrasse zum Krottental. Herausragender Bau des sonst vor allem durch bäuerliche Häuser und Scheunen geprägten Krottentals, ist das Salzmagazin von 1710. Ein mächtiger dreigeschossiger Sandsteinquaderbau mit prächtigem Wappenportal.

Vom Salzmagazin aus geht es in südöstlicher Richtung weiter zum Katharinenspital. Das Katharinenspital ist die älteste und bedeutendste Stiftung der Stadt an der Wiesent. Die Spitalkirche St. Katharina reicht noch in die Gründungszeit des 14. Jahrhunderts zurück. An die Kirche angeschlossen ist das 1611 nach Entwürfen des fürstbischöflichen Baumeisters Paulus Keith erbauten Spitalgebäude mit reichem Zierfachwerk.

Bedeutenster Bau der Wiesentstrasse ist die Kammerersmühle, das sogenannte „schiefe Haus“. Erbaut 1698 mit reichem Zierfachwerk von Martinus Burhart, diente das Gebäude bis 1910 als Wassermühle, in der Getreide zerkleinert wurde. In ihr ist heute ein Restaurant untergebracht. In den Sommermonaten sind die Plätze im Mühlengärtchen an der rauschenden Wiesent schnell belegt.

Nur ein paar Meter die Wiesentstrasse weiter, ist das Synagogendenkmal. Eine Judengemeinde in Forchheim ist erstmals durch den Pogrom von 1298 belegt. 1400 wurde sie unter bischöflichen Schutz gestellt, jedoch schon 1499 durch Bischof Heinrich Groß von Trockau aus Forchheim wieder ausgewiesen. Mitte des 17. Jahrhunderts besaß Forchheim wieder eine jüdische Gemeinde. Ab 1763 die drittgrößte des Hochstifts Bamberg. Die 1771 gebaute und 1808 vergrößerte Synagoge in der Wiesentstrasse Nr. 15 wurde am Abend der „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 geschändet, verwüstet und am nächsten Tag gesprengt. Heute erinnert das Synagogendenkmal an das damalige Gebäude – es befindet sich gegenüber der ehemaligen Synagoge.

Fortsetzung folgt.

Fotos von royusch

 



Kategorien:Fotografie, Franken, Landschaftsfotografie, Wanderungen

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