Rundgang durch die Forchheimer Altstadt, Teil 1

Von der Gereonskapelle zum Bischofsschloss / Kaiserpfalz

Jetzt wohne ich schon etliche Jahre im fränkischen Landkreis Frochheim, bin aber bis dato noch nie dazu gekommen „meine“ Kreistadt zu richtig zu erkunden. Gut, ich war schon öfters zum Einkaufen oder für sonstige Erledigungen in Forchheim, habe auch schon einige kulturhistorische Gebäude gesehen, aber so richtig bewusst hatte ich noch nie einen Rundgang gemacht. Das sollte sich ändern. Aufmerksam durch einen Flyer von Tourist-Information Forchheim zum Thema Altstadt, wollte ich mir diese Highlights etwas genauer anschauen.

Start- und Zielpunkt meines Rundganges war der Parkplatz an der Zweibrückenstrasse. Hier hat man die Möglichkeit bis zu 4 Stunden kostenlos (mit Parkscheibe) zu parken. Gut, es gibt in Forchheim noch jede Menge andere Parkmöglichkeiten, aber für meine Runde war er genau richtig. Denn gleich „um die Ecke“ war das erste Highlight meines Rundgangs, die Gereonskapelle und das fürstbischöfliche Amtshaus. Die Gereonskapelle, eine Stiftung von dem Forchheimer Bürger Georg Walrab wurde in einer Urkunde erstmals am 28. April 1515 erwähnt. 1896 wurde dieses Gebäude entweiht. Das Nachbargebäude wurde 1685 für Katharina Sophie von Eyb errichtet, die Schwester des Fürstbischofs Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg. Ab 1694 wurde es zum fürstbischöflichen Amtshaus umfunktioniert und diente den Stadtschultheißen als Amts- und Wohnsitz.

Die nächsten Sehenswürdigkeiten sind nur wenige Schritte die Nürnberger Straße Richtung Stadtmitte entfernt; das Braunauer Heimatmuseum und die Kommandantur. Im Braunauer (kommt von dem tschechischen Broumow) Heimatmuseum sind Trachten, Zeugnisse regionaler Volksfrömmigkeit und Werke von Braunauer Künstler ausgestellt. Die fürstbischöfliche Kommandantur, errichtet zwischen 1743 und 1747 nach Plänen von Johann Michel Küchels ist praktisch der westliche Abschluß des Paradeplatzes, zu dem wir später noch kommen.

Weiter führt der Weg Richtung Rathaus. Nicht allzuweit von der Kommandantur entfernt ist die Porta Vorchheimensis. Sie ist ein Geschenk des Rotary Clubs Forchheim an deren Heimatstadt. Seit 2002 öffnet sie in der Fußgängerzone dem Betrachter Tür und Tor zur Vergangenheit der Stadt. Das Werk von Harro Frey stellt wichtige Erreignisse der Forchheimer Geschichte in 12 Bildern dar.

Wer jetzt schon Hunger verspürt, dem kann ich nur die Bratwurstbrötchen von der Metzgerei Schweizer + Reif (nur wenige Schritte von der Porta Vorchheimensis entfernt) empfehlen. Es gibt kein Besuch in Forchheim, bei dem ich nicht eines dieser leckeren Bratwurstbrötchen esse. Sie sind einfach gut!!!

Weiter geht es zum Rathaus. Ich selbst war noch nicht im Rathaus, aber die Beschreibung von der Tourist-Information Forchheim hat mein Interesse geweckt, so dass ich in nächster Zeit es mir mal genauer anschauen werde.

Das Rathaus entstand als spätgotischer Fachwerkbau vor 1402. Sehenswert ist der große Rathaussaal im Obergeschoß des Ostflügels, eine zweischiffige, 1865-67 neugotisch umgestaltete Halle mit einer von Stützen getragenen Flachdecke. An das Rathaus angebaut ist der Magistratsbau, der als Fachwerkbau im Stil der Renaissance 1535 errichtet wurde. Baumeister war Hans Ruhalm, auf den auch zahlreiche Schnitzereien an der Fassade zurückgehen. Zur Adventszeit werden die Fenster als Adventskalender hergerichtet, was dem ganzen Weihnachtsmarkt noch mal eine besondere Note gibt.

Vom Rathaus geht es weiter zum Konradbrunnen und der kath. Stadtpfarrkirche St. Martin. Der Konradbrunnen wurde zum Gedächtnis an die Erhebung des Frankenherzogs Konrad I. (am 10. November 911 in Forchheim) zum ostfränkischen König errichtet. Mit seiner Rechten zeigt Konrad I. auf einen künftigen Reichsapfel, den er in der linken Hand hält. Der Brunnen ist ein Werk des Forchheimer Künstlers Hans Dressel von 1998.

Die Stadtkirche St. Martin, deren Bauteile aus dem 11. bis 16. Jahrhundert stammen, ist die größte und älteste Kirche von Forchheim. Reste der barocken Umgestaltung aus der Zeit 1719/20 sind in der wertvollen Ausstellung und dem Stuck der Seitenschiffe erhalten.

Der Kapellengasse in westlicher Richtung folgend, am Schüttspeicher, der Marienkapelle und dem Amtsgericht vorbei kommt man zum Bischofsschloss, im Volksmund auch als Kaiserpfalz bekannt.

Der ehemalige Schüttspeicher stammt aus dem Jahre 1782 und wurde von Lorenz Fink errichtet. In der Zeit von 1857 bis 1952 diente das Gebäude als Gefängnis, bis es dem Amtsgericht zur Verfügung gestellt wurde.

Die Marienkapelle, ursprünglich Kapelle des Bischofsschlosses, stammt im Kern noch aus dem 12. Jahrhundert. In seiner jetzigen Form entstand die Kapelle zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert. Die qualitätsvolle Ausstattung ist der barocken Umgestaltung von 1720/30 zu verdanken.

Das Amtsgericht wurde 1896 im Neurenaissance-Stil anstelle eines Nebengebäudes der Pfalz unmittelbar auf der Stadtmauer errichtet. Teilweise wurde das Material aus der abgetragenen Verteitigungsanlage verwendet.

Die Kaiserpfalz. Im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts ließ Lamprecht von Brunn den heutigen Ostflügel des Bischofsschlosses errichten und mit bemerkenwerten Wandmalereien ausstatten. Zubauten sind der Westflügel des späten 16. Jahrhunderts mit altem und neuem Schultheißenbau und der Treppenturm des 17. Jahrhunderts im Innenhof. Heute ist im Bischofsschloss / Kaiserpfalz das Pfalzmuseum untergebracht, sowie die Tourist-Information Forchheim. Hier gibt es freundliche Mitarbeiterinnen, die einem gerne beratend zu Seite stehen.

Fortsetzung folgt.

Fotos von royusch



Kategorien:Fotografie, Franken, Landschaftsfotografie, Wanderungen

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