Fahrradtour durch den Sebalder Reichswald

Der Sebalder Reichswald erstreckt sich in etwa auf der Achse Lauf an der Pegnitz, Nürnberg und Erlangen und soll laut Wikipedia ca. 10.000 ha groß sein. Zum Sebalder Reichswald gehören, glaube ich, mehr als 10 Forste. Meine hier beschriebene Tour wird durch den Tennenloher, Buckenhofer, Dormitzer, und Kalchreuther Forst führen.

Der Sebalder Reichswald bietet für jeden etwas, sei es für Wanderer die gutausgeschilderten Wanderwege, die auch zu Fahrradtouren einladen, das Wildschweingehege im Buckenhofer Forst (sehr leicht zu erreichen über die Kurt-Schuhmacher Straße / gegenüber vom Obi, Parkplatz vorhanden) oder auch das Urwildpferdegehege im Tennenloher Forst.

Für mich, der öfters mal mit dem Fahrrad nach Erlangen fährt, sind die Touren immer erlebnisreich, sei es durch die Gedenksteine am Wegesrand, diversen Quellen, wunderschöne Waldgebiete oder die zahlreichen Ruhebänke, die zum Verweilen, Entspannen und Genießen einladen. Ich habe für Euch mal eine meiner vielen Touren durch den Sebalder Reichswald rausgesucht.

Bevor wir jetzt zu der eigentlichen Tour komme, noch ein Hinweis in eigener Sache: die kursiv gestellten  Texte unter den einzelnen Bildern, habe ich den Informationstafeln, die neben den Objekten stehen, entnommen. Die Freigabe zur Veröffentlichung habe ich vom „Forstbetrieb Nürnberg Bayerische Staatsforsten“, „Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth“ und „Heimat- u. Geschichtsverein Erlangen e. V.“ erhalten. Danke dafür.

 

Nach ein paar Vorabinformationen über die Region, die ich befahren habe, soll es jetzt auch losgehen. Zunächst die Streckenführung.

Genaueres könnt ihr wie üblich unter: https://www.komoot.de/tour/21851490?ref=wta finden.

Streckenübersicht heute

Streckenübersicht

Die Strecke ist ca. 39 km lang mit einem Höhenunterschied +266 m, also nicht sehr anstrengend, zu mal die Wege in einem Top-Zustand sind.

Höhenprofil heute

das Höhenprofil

Da es in meiner unmittelbaren Umgebung so viel zu entdecken gibt, starten die meisten meiner Touren von zu Hause, sprich Neunkirchen am Brand. So auch diese Tour.

Der erste Abschnitt führt von Neunkirchen, über Dormitz, an der Langenbrucker Mühle vorbei zur Kreuzung St2243/ Mühlenweg und Dormitzer Weg. Hier gibt es einen kleinen Parkplatz, den man als Toureneinstieg verwenden kann. Nach einem kurzen Stück über den Dormitzer Weg / Habernhofer Weg, geht es rechts ab Richtung Westen, Richtung Erlangen. Durch dessen, dass die Wege wunderbar ausgebaut sind, kann man schon von Anfang an die Natur genießen.

Nach ein paar Kilometern taucht auch schon der erste Gedenkstein auf.

Fuchsstein

Fuchsstein, 1976, der Orientierungsstein steht am Verbindungsweg von Uttenreuth nach Tennenlohe. Der Stein mit dem schnürenden Fuchs aus Edelstahl war die erste Arbeit von Hermann Weinberger im Sebalder Reichswald

Auf der weiteren Strecke Richtung Erlangen taucht der Walter-Vogel-Stein auf.

Walter-Vogel-Stein

Walter-Vogel-Stein, 1975, Der Stein erinnert an Forstmeister Walter Vogel, Leiter des Forstamtes Erlangen von 1931 bis 1959

Kurz nach dem die Strecke in südlicher Richtung abbiegt, liegt das Wildschweingehege und auch ein weiterer Parklatz, der zum Toureneinstieg genutzt werden kann. Bei dieser Tour kommen wir nicht direkt am Wildschweingehege vorbei, aber ich kann es nur empfehlen und möchte euch mit dem folgenden Bild einen kleinen Eindruck in die „Sauerei“ geben.

Wildschweingehege

„Sauerei“ im Wildschweingehege

Weiter geht es Richtung Süden, am Libellenstein auf dem Grenzweg vorbei bis zur Weißenseelinie, die am ehem. US Schießplatz entlang führt.

Libellenstein

Libellenstein, 1985, Die an diesem Weiher vorkommende Libellenvielfalt diente den Studenten der biologischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität lange Zeit zu Studienzwecken.

Um euch mal zu verdeutlichen, wie gut die Wander- und Radwege hier ausgebaut sind, hier eine Aufnahme von der Strecke der Weißenseelinie.

typischer Radweg

typischer Radweg

Die Strecke führt weiter Richtung Süden, Richtung Skulpturen-Achse. Hinter dem Abzweig zum Turmberg gibt es einen weitern Parkplatz, der zum Toureneinstieg genutzt werden kann. Am Heuweg angekommen, geht es links ab, dem Heuweg folgend. Auf den nächsten paar hundert Meter, bis zur Abzweigung Wolfsfelder Weg gibt es ein paar Skulpturen, die mit der Tennenloher Skulturenachse zusammen hängen. Ich möchte in diesen Blog nicht näher darauf eingehen; ich zeige euch lediglich ein paar Bilder davon. Wer mehr darüber Wissen möchte, kann dem Link folgen. Skulpturachse

Auf dem Weg zum „Maulaufreißer“, sollte man noch einen kleinen Umweg in Kauf nehmen und beim Gründlacher Moor vorbei schauen, es lohnt sich.

Gründlacher Moor

Gründlacher Moor

Zurück auf dem Wolfsfelder Weg kommt man zum „Maulaufreißer“, bevor es dann links abgeht über das „Steinerne Brückle“.

Maulaufreißer

Maulaufreißer, Replik, Replik einer Martersäule von 1547 für den Nürnberger Patriziersohn Christian Pfinzing und Sebastian Scheel, die von Söldnern (Welschen und Spanier) des Kaisers Karl V. hier erschossen wurden. Beide haben Ehrengräber auf dem Johannisfriedhof in Nürmberg

Vom „Maulaufreißer“ könnte man die direkte Route über den Dormitzer Weg zum „Ohrwaschl“ nehmen. Ich habe mich aber für einen kleinen Umweg entschieden, da der Wald und die Natur so herrlich sind. An der Ohrwaschlbrücke sollte man sich so halb rechts halten, um am „Teufelstisch“ vorbei, um zur Fünf-Föhren-Linie zu gelangen.

Teufelstisch

Teufelstisch, der Sand in diesem Bereich wurde im geologischen Zeitalter des Keepers, also vor 200-215 Millionen Jahren, abgelagert, Die Steinformation des Teufelssitzes trat jedoch erst durch den hier stattfindenden Sandabbau zu Tage. Der Sage nach sitzt auf diesem Steinblock in der Walpurgisnacht der Teufel, während die Hexen um ihn herum tanzen.

Nach einem kurzen Stück auf der Fünf-Föhren-Linie, geht es rechts ab, um schon bald danach den „Tropfenden Fels“ zu erreichen.

Tropfender Fels

Tropfender Fels

Tropfender Fels

Tropfender Fels, die beiden monolithischen Sandsteinfelsen befinden sich direkt an der Grenze zwischen Roth und Feuerletten an einem sogenannten Quellhorizont. Aus dem oberen, durchnässten Stein tropft Wasser in das gefasste Becken.

Hier sollte man sich mal eine Pause gönnen, bevor es weitergeht, da ein etwas steilere Anstieg folgt. Oben angekommen, geht es zwar gleich wieder abwärts, aber Vorsicht, nicht dass man den Abzweig zur „Dürerquelle“ und zum „Jungfernsitz“ verpasst.

Für mich sind diese beiden Sehenswürdigkeiten, die Highlights auf dieser Tour.

Dürerquelle

Dürerquelle, Albrecht Dürer, der größte Sohn Nürnbergs. Geboren am 21.03.1471 in Nürnberg, verstorben am 06.04.1528. Dürer schuf zahlreiche Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Kupferstiche und Holzschnitte. Viele Werke befassen sich mit der Umgebung von Nürnberg. Der Überlieferung nach wurde Dürer zu der Federzeichnung „Quelle im Wald mit Antonius und Paulus“ 1502 hier inspiriert. Die Kunst Albrecht Dürer markiert den Höhepunkt der Malerei am Ausgang des Mittelalters. Er entwickelte akkurate Zeichnungen zur Perfektion. Die Quellfassung wurde 2010 vom Forstbetrieb Nürnberg und dem Verein Naherholungsgebiet Sebalder Reichswald e.V. restauriert.

Kurz hinter der Dürerquelle führt ein kleiner Wanderweg zum Jungfernsitz. Die Strecke ist relativ kurz, so dass man auch mit einem Trekkingrad hinfahren kann, es lohnt sich.

Jungfernsitz

Jungfernsitz, Schlossfräulein Adelheid spendete für die Kalchreuther Kirche eine hohe Summe. Den Teufel erzürnte dies dermaßen, dass er sie mit einem Felsblock erschlagen wollte. Adelheid faltete jedoch die Hände zum Gebet, so dass nur ein Stück des Felsens herausbrach. Der Sage nach finden Jungfrauen im selben Jahr einen Mann, wenn sie sich in die Felshöhlung setzen.

Wieder zurück auf dem Hauptweg führt der Weg über die Fünf-Föhren-Line zum Kreuzweiher (hier am Kreuzweiher gibt es einen Campingplatz, allerdings muss ich sagen, ich habe keine Ahnung, ob er gut oder schlecht ist) und weiter bis zum Taubenschläglein.

Taubenschläglein

Taubenschläglein, die eingemeißelte Taube soll an einen ehemals beliebten Brutplatz von Wildtauben erinnern

Vom Taubenschläglein geht es wieder über Dormitz zurück nach Neunkirchen am Brand.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder von anderen Touren durch den Sebalder Reichswald

 

So das wars mal für heute. Viel Spaß beim Lesen und Bilder anschauen und sollte es euch mal in die Region verschlagen, dann wäre diese Tour auch vielleicht was für euch.

LG Roland Schreiber

Fotos von royusch

 

 

 



Kategorien:Fahrradtouren, Sebalder Reichswald

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